Kühlwasserwarnleuchte blinkt ständig

Tacho, MFA, FIS, etc.

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EvilGenius
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Kühlwasserwarnleuchte blinkt ständig

Ungelesener Beitragvon EvilGenius » 4. Sep 2018, 08:06

Hallo,

seit gestern geht bei meinem 9n (BJ 2002) ein paar Sekunden nachdem die Zündung eingeschaltet wurde die Kühlwasserkontrolleuchte an, begleitet von 3 Warntönen. Egal ob der Motor gestartet wird oder nicht. Kühlwasser ist genug drin (nahe max), zu heiß war er auch nicht (kalter Motor).

Fühler im Ausgleichsbehälter durchgemessen: 30 MOhm
Fühlerleitung durchgemessen: 0 Ohm an braun/weiß zu Masse, 0.1 Ohm auf der anderen Leitung zum Stecker vom Kombiinstrument
Messung am Stecker Kombiinstrument Pin 16 gegen Masse mit angestecktem Fühler: 30MOhm
Leitung am Stecker beim Ausgleichsbehälter überbrückt: Keine Änderung, Warnleuchte geht trotzdem an
Fehlerspeicher ist sauber
Kombiinstrument ausgebaut, Anschluss vom Pin 16 nachgelötet: keine Änderung

Heute früh beim Losfahren hat er mir ca. 1 Minute und 300m Gnade gewährt, bevor es losging, 5 Minuten später beim Losfahren an der Tanke waren es keine 10m und 15 Sekunden, als die Warnleuchte anging.

Hat jemand noch eine Idee außer ein defektes Kombiinstrument?
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qwertz089
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Kühlwasserwarnleuchte blinkt ständig

Ungelesener Beitragvon qwertz089 » 4. Sep 2018, 08:35

zu dem Thema gibt es schon ein paar Beiträge:

https://forum.polo9n.info/viewtopic.php?f=34&t=51504

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EvilGenius
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Ungelesener Beitragvon EvilGenius » 5. Sep 2018, 18:08

Ich hab mich schon durch nen Haufen Threads gewühlt, auch durch den verlinkten. Aber da war es der Sensor im Ausgleichsbehälter, worauf ja auch die Symptome hindeuten. Nach Wechsel des Ausgleichsbehälters kann ich sagen: Der isses nicht.

Ich will mir nur den ganzen Ärger mit Wechsel Kombiinstrument nicht umsonst aufhalsen - vor allem das Anlernen des neuen gebrauchten Kombiintruments, da findet man bzw. ich keine gescheite Anleitung dazu und auch gefühlte 10 unterschiedliche Aussagen. Von "kann VW ohne Code nicht und rückt den Code nicht raus" bis "total easy" (ja, nur wie bitte???) ist alles dabei.

Und bei meinem Glück liegts dann doch an was anderem. Wobei laut Anleitung die Anzeige nur bei Übertemperatur oder zu wenig Kühlmittel auslöst. Temperatur kann ich ausschliessen, laut Anzeige (und VCDS) liegt die im Normalbereich < 90 Grad. Also kanns ja nur das Kombiinstrument sein...
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hannes69
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Ungelesener Beitragvon hannes69 » 6. Sep 2018, 13:59

Ich hab mal eben nachgemessen, beim Sensor kommen bei mir auch 25MOhm raus, quasi das gleiche.
Dann mal bissel geggogelt und das gefunden:

https://www.t4-wiki.de/wiki/Geber_G32_( ... elanzeige)

Is der gleiche Sensor und Aufbau wie im 9N, mit Sicherheit.
Artikel lesen offenbart:
Der Sensor mißt NICHT den Widerstand, sondern die Kapazität!
Scheinbar spielen da Verschmutzungen usw. eine größere Rolle.
Verkabelung hast Du ja geprüft, Eingangspins nachgelötet.
Auch die Steckerkontakte gereinigt? Muß man halt das Kabel zum Sensor nachverfolgen bzw. im Stromlaufplan nachsehen, nicht dass da vielleicht mehrere Stecker dazwischen sind.
Kombiinstrument glaub ich erst mal nicht, ist zwar möglich, aber erst alles andere ausschließen.
Kapazität is natürlich empfindlicher als Widerstand, da kann schon noch irgendwas sein.
Im Artikel is von 5µF die Rede, das heißt für mich, dass der Funktionstest Richtung Kombiinstrument darin besteht, mal eben 5µF statt des Sensors einzuspeisen (falls man das so machen kann...) :)
Dann weiß man ja schon mal, dass es daran liegt oder nicht.
Wenn dann nix mehr blinkt, muß es die Verkabelung/Übergangskontakte oder der Sensor selber sein. Verschmutzen kann auch der Sensor eines neuen Ausgleichsbehälters.
Vielleicht is auch das Kühlwasser "verunreinigt", so dass eben der Sensor verschmutzt oder die Kapazität von dem ganzen sich ändert.
Also mal in die Richtung weiterforschen ;)

Achja, nun is auch klar, warum abstecken, kurzschließen usw. nix ändert, weil ja nicht der Widerstand gemessen wird sondern die Kapazität.
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Ungelesener Beitragvon EvilGenius » 6. Sep 2018, 14:57

Das sind jetzt nicht so tolle Neuigkeiten. Kapazitätsmessung, wer läßt sich denn sowas einfallen. Anscheinend scheint es bei moderneren Fahrzeugen anders zu sein, bei meinem 2012er Touran hab ich das getestet, da reicht es, den Stecker zu brücken und weg ist der Alarm.

Also verschmutztes Kühlmittel kann ich eigentlich ausschliessen, das habe ich vor knapp 10.000km nahezu komplett gewechselt, als der Zylinderkopf ab war. Da hab ich auch peinlichst aufgepasst, das da nichts irgendwo reinläuft, wo es nicht hingehört. Ausser die nagelneue Kopfdichtung hat sich verabschiedet oder was auch immer...

Jetzt also n Kapazitätsmessgerät irgendwo herorganisieren und nen passenden Kondensator zum Testen... Hurra. Danke jedenfalls für den Tip, ich verfolg das mal weiter...
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Ungelesener Beitragvon EvilGenius » 6. Sep 2018, 16:53

Follow-up:

Einer unserer Laboringenieure hat mich aufgeklärt: die Messung von Flüssigkeitsständen über die Kapazität ist gängig und praktikabel. Bei näherem Nachdenken auch logisch, da man so den Füllstand ermitteln kann. Ich hab also nix Negatives darüber geäußert...

Ich hab mir dann zwei Elkos organisiert, 4,7 mikroF und 22 mikroF (find gerade das mikro-Zeichen nicht). Keine Änderung damit. An Wechselspannung messe ich beim Polo am Stecker auch nur knapp 40 mV.
Im Vergleich dazu der Touran (hab nix anderes zum Vergleichen): der ist mit dem 4,7er Elko zufrieden (genauso aber mit einer Kurzschlussbrücke) und am Stecker messe ich auch 111 mV.

Ich hab jetzt in der Bucht günstig n Kombiinstrument geschossen, mal sehen was das taugt. Ob das Problem weg ist, müsste ich ja auch sehen ohne das ich das am Motorsteuergerät anlernen muss (davor graust mir schon).

Edit: Ich hab mit meinem Multimeter mal direkt am Ausgleichsbehältersensor gemessen - die Kapazität war zu gross, das wollte er nicht mehr anzeigen. Vergleichsmessung beim Touran mit selbigem Ergebnis.
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Ungelesener Beitragvon qwertz089 » 6. Sep 2018, 20:28

kannst Du nicht mal test weise den Behälter vom Touran anstecken?
Ist der Stecker gleich?

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Ungelesener Beitragvon EvilGenius » 6. Sep 2018, 20:41

Ungern, das mag ich nicht wirklich auch noch auseinanderfriemeln. Ausserdem hab ich nicht soviel Schlauchklemmen ;-)

Da der Behälter ja neu ist und Pi mal Daumen die selben Werte wie der Alte und der vom Touran liefert denke ich mal, das es nicht daran liegt. Leider ist das Kabel auch nicht so lang, das man es ohne Ausbauen hinkriegen könnte...
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Ungelesener Beitragvon hannes69 » 7. Sep 2018, 01:21

Vor dem wilden Teiletausch ("in der Bucht günstig geschossen" hin oder her ;) ) hätt ich auch erst mal den Rest sicher ausgeschlossen. Kostet nix, außer ein wenig Zeit.
Wir reden hier von einem simplen zweipoligen Sensor.
Ich würd den Sensor vom Touran abgreifen und direkt ins Kombiinstrument vom Polo einspeisen. Sensor kommt man wunder bar mit Krokoklemmen dran, die Pins stehen ja nackt raus. Und dann mit eigener Verdrahtung direkt ans KI. So schließt man den Sensor und die Verdrahtung aus.
Und wer Pins nachlöten kann, kann auch so noch ein kurzes Stück weitermachen ;)
Also KI kurz auseinandergerissen und zumindest mal quer drüber nach kalten Lötstellen oder sonstigen Verdächtigen abgesucht und kurz draufgebrutzelt.
Nennt sich systematische Fehlersuche, -eingerenzung und -behebung :)
Neues KI kostet auch Geld und dann eben noch das Rumgegurke mit anlernen, codieren usw.
Natürlich kann das KI nen nicht leicht zu findenden Hau weg haben, muß aber nicht sein.
Schauen wer mal, wies weitergeht ;)
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Ungelesener Beitragvon EvilGenius » 7. Sep 2018, 16:55

Soo, nachdem ich heute noch ein wenig herumexperimentiert habe (sh. weiter unten) wollte ich dann den Vorschlag von hannes69 umsetzen und überlegte gerade, wo ich jetzt paar Krokodilklemmen herbekomme, als DHL klingelte und mir unerwarteterweise schon das "neue" Kombiinstrument brachte. Flugs eingebaut und - Fehler ist weg :hurra2:
Angelernt habe ich dann einfach, indem ich den Dump vom alten KI ins neue KI geschrieben habe. Wahrscheinlich gähnen jetzt einige, allerdings war das für mich das erste Mal...

Zur Ursachenforschung: Noch bevor DHL kam, hab ich aufgrund des Links von hannes69 (danke nochmal dafür) ein Oszilloskop angeschlossen. Das zeigte eine Folge von kurzen Meßimpulsen(1ms) mit der Frequenz von 10 Hz (sh. 1. Bild) und einer Amplitude von knapp 2 Volt:

alt.jpg

Beim neuen KI (und beim Touran genauso) sah es dagegen etwas anders aus: die Frequenz ebenfalls 10 Hz, die Amplitude aber bei ca. 5 Volt.

neu.jpg

Kleiner aber feiner Unterschied. Also ist im alten KI irgendwas durchgebrutzelt.
Ein Elektronik-Experte weiss jetzt sicher gleich, was das sein könnte, aber dazu gehöre ich leider nicht :(

Der Vollständigkeit halber nochmal eine Nahaufnahme des "defekten" Meßimpulses:

impalt.jpg

Und hier der Impuls, so wie er sein soll:

impneu.jpg

Edit: Bilder total verrutscht
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Ungelesener Beitragvon hannes69 » 7. Sep 2018, 21:27

Danke fürs Feedback!
Schön, dass Du das Problem sehr zeitnah beheben konntest.
Oszi is für solche Zwecke natürlich die beste Diagnosemöglichgkeit, da sieht man ein klein wenig mehr als mitm Multimeter ;)
Also doch das KI Schrott. Hätt ich jetzt nicht unbedingt vermutet, aber soll auch mal vorkommen, ja.
Nach kalter Lötstelle siehts nicht aus, wirds halt was zerschossen haben oder ein Kondensator hat nicht mehr die erforderliche Kapazität oder sowas ähnliches.
Manchmal ist der Teiletausch das beste; sehr oft nicht, hier schon :)
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