Ganzjahresreifen statt Sommer&Winterreifen?

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Wisco

Ganzjahresreifen statt Sommer&Winterreifen?

Ungelesener Beitragvon Wisco » 15. Dez 2014, 17:57

Hey Leute,
da ich nicht gerade ein Raser und Starkbremser bin, interessieren mich diese Ganzjahresreifen.
Ja ja, das diese im Sommer nix sind und Winter auch nix, hab ich schon oft gelesen und gehört. Bin eher der Vorrausschauende Fahrer. Mich würde interessieren ob jemand schon mal mit Gjr schon mehrmals in der Kurve leicht von der Spur verrutscht ist oder irgendwelche gripschwächen festellen konnte. Wie im Winter als auch im Sommer.
Die ganzen ADAC Tests hab ich auch schon gelesen, jedoch sind die Tests immer bisschen anders wie im Alltag gefahren wird.

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Jan1Z
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Re: Ganzjahresreifen

Ungelesener Beitragvon Jan1Z » 15. Dez 2014, 18:23

Hi,
Die ganzen ADAC Tests hab ich auch schon gelesen, jedoch sind die Tests immer bisschen anders wie im Alltag gefahren wird.
Falscher Ansatz. Diese Tests sind dazu da, die Reifen in Extremsituationen zu bewerten. Das zielt nicht auf Rally-Fahrer oder Möchtegernrennfahrer, sondern auf den ruhigen und besonnenen Fahrer, dem plötzlich bei 30 km/h und nasser oder verschneiter Straße ein Kind zwischen parkenden Autos vor das Fahrzeug springt. Hier zählt dann nicht mehr, ob man bei vorausschauender Fahrweise wegrutscht, sondern ob man das Auto rechtzeitig zum Stillstand bekommt bzw. ausweichen kann.

Wenn man nur von der eigenen Fahrweise ausgehen würde und derlei Vorfälle komplett ausklammert, könnte man auch mit komplett runterfahrenen oder uralten Reifen fahren - man selbst weiss das ja und passt sich an. Nur: Die anderen eben nicht!

Von daher: Ich halte rein gar nichts von Ganzjahresreifen. Sie versuchen, die Vorteile beider Reifentypen zu kombinieren, aber natürlich nehmen sie auch die Nachteile mit.

Viele Grüße,

Jan
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px
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Re: Ganzjahresreifen

Ungelesener Beitragvon px » 16. Dez 2014, 10:26

Ich würde das eher am eigenen Fahrprofil entscheiden. Wenn man nicht zur Arbeit fahren muss, oder man es nicht weit ist und notfalls andere Möglichkeiten hat, sind die Reifen kein Problem. Eins ist klar, bei richtigem Winter haben die keine Chance. Und auch im Sommer fährt man natürlich einen Kompromiss, das hindert einen aber dann ja weniger am vorwärts kommen.

Wenn man durch's Jahr konstant gut km abreißt, taugen Ganzjahresreifen m.E. nicht. Auch wegen des erhöhten Verschleißes, der sicherlich auftritt.


ulf
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Re: Ganzjahresreifen

Ungelesener Beitragvon ulf » 16. Dez 2014, 13:52

Ich vermute, die ganzen Reifentests blasen minimale Unterschiede zwischen den Probanden tendenziell zu weit auf, weil die Leser klare Sieger oder Verlierer sehen wollen.
Wenn z.B. bei einem Bremswegtest aus 100 km/h 5 Meter Differenz zwischen 2 Reifen liegen, dann wird sofort katastrophiert, daß man mit dem "schlechteren" Reifen mit 30 km/h in ein Hindernis gerauscht wäre (oder das Kind überfahren hätte, wenn mal wieder die Moralkeule geschwungen werden soll), vor dem man mit dem anderen Reifen gerade noch zum Stehen gekommen wäre.
Vom Beginn der Bremsung redet aber niemand: Um mit dem "schlechteren" Reifen 5 Meter früher zum Stehen zu kommen, hätte es gereicht, 0,18 Sekunden früher zu bremsen. Oder sofort voll draufzulatschen anstatt das Pedal wie meist üblich eher lasch durchzutreten.

Für mich ist die Reifenfrage seit Jahren so beantwortet, daß der Ganzjahreswagen Ibiza TDI (mit immerhin 180PS) nur noch Winterreifen fährt: im Winter den neueren Satz, und im Sommer wird der ältere Satz runtergefahren, wenn er weniger als 4mm Restprofil hat.
So habe ich bei den gefährlichsten Fahrbahnverhältnissen (= im Winter) die "sichersten" Reifen, und im Sommer ist die Performance immer noch gravierend besser als im Winter - wenn auch nicht so toll wie mit guten Sommerreifen. Dafür rase ich eben bei unübersichtlichen Straßenverhältnissen einen Tick langsamer als die Möchtegern-Schumis mit High-Performance-Sommerwalzen, und stehe bei einer Notbremsung mindestens genauso früh.
Gruß Ulf

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BMW Peter
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Re: Ganzjahresreifen

Ungelesener Beitragvon BMW Peter » 19. Dez 2014, 19:09

@Wisco

Dazu solltest du uns sagen, wieviel Km und wo fährst du im Jahr.

Ich habe GJR auf meinem Polo, fahre im Jahr aber keine 5000 Km und fast nur in der Stadt.

Dazu wohne ich noch im Norden, wo es wenig Schnee und Berge gibt.

Vorher auf meinem V5 Bora hatte ich 2 Sätze Reifen, die sahen beide nach 7 Jahren aus wie neu, sind dann natürlich zu alt.


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Re: Ganzjahresreifen

Ungelesener Beitragvon Blackfrosch » 25. Dez 2014, 10:58

und stehe bei einer Notbremsung mindestens genauso früh.
Davon träumst du vielleicht. Hast du Belege dafür, das alte Winterreifen im trockenen auch nur ansatzweise die gleichen Bremswege erzielen?

So langsam verstehe ich auch dein Traktionsproblem. Du sagst ja immer du willst das Auto vorne möglichst schwer haben, um besser "weg zu kommen".

Mit schrottigen Winterreifen ist es kein Wunder, dass du laufend Probleme mit der Traktion hast...
TDI-Power :haha:


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Re: Ganzjahresreifen

Ungelesener Beitragvon Wisco » 15. Jan 2015, 21:05

ich wohne am rande der schwäbischen alb. muss aber nicht über berge fahren. und hab einen jahresdurchschnitt von 12tkm. wobei ich zu 80% auf der bundi und landstraße mit tempomat 100-120 unterwegs bin. nun ja, den ratschlag mit den winterreifen von ulf hab ich mir auch schon vorher überdacht. man hätte dann keine problem im winter, wegen recht neueren reifen.

mein problem ist, das meine sommerreifen 7jahre alt sind und risse an den seiten haben. deswegen will ich die reifensätze möglichst früh runter haben. das geht schließlich nur wenn man ständig nur mit gleichen reifensatz unterwegs ist. bei den gjr hab ich bedenken. Da diese einen geringeren verschleiß als wintereifen im sommer haben. aber wiederum gleiches profilmuster wie die winterreifen. das sagt mir, das die gummimischung eher plastischer ist wie SR und somit aber der grip im winter niedriger sein könnte. Gerade wenn die profiltiefe auch unterhalb den 4mm ist.
ich hoffe ihr versteht diesen absatz... :D


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Re: Ganzjahresreifen

Ungelesener Beitragvon 4Snake » 4. Feb 2015, 18:21

Also ich hatte bis letzten Winter Ganzjahresreifen drauf als Wintervariante, jetzt aber richtige Winterreifen, daher hab ich nen guten Vergleich.
GJR sind im Winter ein fauler Kompromiss wegen der härteren Gummimischung, selbst bei Nässe. Die ersten 3 Jahre würde ich sagen isses noch nicht ganz so schlimm, wobei die im Winter trotzdem schlechteren Grip bieten. Danach wird das Gummi einfach zu hart sodaß du selbst im Sommer mit den GJR bei Regen schon vorsichtiger werden mußt.
Wenn du schon pingelig bist, dann investier in nen Satz Sommerräder mit Sommerreifen und nen entsprechenden Satz Winterräder mit Winterreifen.
Du darst nie von deiner eigenen Fahrweise ausgehen, denn in Notsituationen ist das egal, da wirst du genau wie jeder andere auch voll auf die Bremse latschen. Ausserdem sind es ja eh immer die anderen :D (Spaß! ;) )
Aber du mußt halt immer mit unvorhersehbaren Situationen rechnen die von anderen verursacht werden, das kann weit vor dir sein, aber auch kurz vor deiner Nase!

Fazit zu den GJR: Sind ein fauler Kompromiss, korrekt, finanziell nicht uninteressant, dennoch im Betrieb nicht unbedingt empfehlenswert.
Meinungen sind wie Arschlöcher, jeder hat sowas ! Larry Flynt

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Re: Ganzjahresreifen

Ungelesener Beitragvon Hoffes » 4. Feb 2015, 23:33

Ich schließe mich meinem Vorredner an, und ergänze:

Habe mein aktuelles Auto mit Ganzjahresreifen gekauft. Dabei handelte es sich um Hankook Optimo 4S mit rund 6 mm Profil und DOT 2012. Dachte, dass die schon nicht so mies sein können. Markenreifen, viel Profil und keine 3 Jahre alt...

... dann hat mich die Realität eingeholt. Bei mildem Wetter und Nässe lässt die Seitenführung zu wünschen übrig. Da fahren sich selbst extrem abgefahrene Sommerreifen um Welten besser - ich weiß wovon ich rede, siehe Bild. Und dann der Schock beim ersten Schnee. Bereits bei Schritttempo im Kreisverkehr schiebt das Auto heftig über die Vorderräder 8O

Ich bin generell ein Verfechter von schwarz und weiß. Also Sommerreifen im Sommer und Winterreifen im Winter. Hatte mir also sofort einen neuen Satz Winterräder gekauft und fahre um Welten besser und sicherer. Und ich weiß, dass wenn es mal drauf ankommt, der Bremsweg im Winter mit Winterreifen so kurz ist wie es nur geht. Und im Ernstfall kommt es auf jeden cm an. Der kann zwischen großem und kleinen Schaden am Auto, Fußgängern und / oder dir selbst variieren. Wohne auch in der Nähe der schwäbischen Alb und kann dir schließlich nur raten: Kauf dir jeweils einen passenden Satz für die einzelnen Saisons! ;)
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Re: Ganzjahresreifen

Ungelesener Beitragvon ulf » 5. Feb 2015, 06:17

Ich bin generell ein Verfechter von schwarz und weiß. Also Sommerreifen im Sommer und Winterreifen im Winter. . . . Und ich weiß, dass wenn es mal drauf ankommt, der Bremsweg im Winter mit Winterreifen so kurz ist wie es nur geht. Und im Ernstfall kommt es auf jeden cm an. Der kann zwischen großem und kleinen Schaden am Auto, Fußgängern und / oder dir selbst variieren.
Tolle Ansicht :top:
Wechselst Du denn auch jedesmal die Reifen, wenn es im Winter so warm ist, daß der Bremsweg mit SR um den besagten 1 cm kürzer sein könnte?
Oder wenn es im Frühjahr nochmal kurz so kalt wird, daß Du vlt. mit WR einen Tick besser bremsen könntest?

Und hast Du eigentlich 2 Satz Sommerreifen: einen Naßspezialisten mit optimalem Aquaplaningverhalten, und einen mit überragendem Trocken-Grip? Die Du vor und nach jedem Schauer brav wechselst?

Ach ja:
Wenn Du das so richtig konsequent betreibst, müßtest Du eigentlich neue Reifen entsorgen, sobald 1 mm Profil runtergefahren ist: denn dann ist das Aquaplaningverhalten schon nicht mehr so gut wie mit der Neu-Profiltiefe.
Gruß Ulf

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Re: Ganzjahresreifen

Ungelesener Beitragvon px » 5. Feb 2015, 08:41

Muss ja alles auch irgendwie im Verhältnis zum Aufwand stehen... 2x im Jahr Räder wechseln muss reichen, irgendwo hört's auf :D


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Re: Ganzjahresreifen

Ungelesener Beitragvon ulf » 5. Feb 2015, 09:08

Sehe ich genauso.
Aber mich würde eben interessieren, wie ein "cm-Bremsweg-Zähler" wie Hoffes damit umgeht ;)
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Re: Ganzjahresreifen

Ungelesener Beitragvon Nuerne89 » 5. Feb 2015, 12:24

ulf, das ist Haarspalterei.

Winterreifen sind nur bei Schneematsch, Aquaplaning und und eisigen Temperaturen besser als Sommerreifen.

Das liegt an der Profilsteifigkeit der einzelnen Profilsegemente. Bei Winterreifen ist diese durch die Lamellen deutlich geschwächt, was das schwammige, träge Händling bei trockener Fahrbahn erklärt.

Bei warmen Temperaturen ist zudem die Gummimischung so weich, dass man regelrecht über die Straße schmiert. Bremswege werden erheblich länger, die Seitenführungskraft katastrophal schlecht.

Über 10° sind Winterreifen nicht mehr optimal und unter 0° sind Sommerreifen nicht mehr optimal. Aus dem Grund ganzjährig auf Winter- oder Ganzjahresreifen zu setzen, ist unsinnig, denn damit bewegt man sich mit Sicherheit mehr Tage in Jahr in einem ungünstigen Temperaturfenster als mit einem Satz Sommer- und Winterreifen.

Und Reifen sollten immer genügend Profiltiefe (bis 4mm) haben und nicht länger als 4-6 Jahre alt sein, um Aquaplaning und kritischem Nasshandling vorzubeugen. Das hat rein gar nichts mit der Diskussion Ganzjahres- vs. Sommer+Winterreifen zu tun.
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Re: Ganzjahresreifen

Ungelesener Beitragvon ulf » 5. Feb 2015, 12:39

. . .im Sommer bei 30° mit Winterreifen sicher unterwegs zu sein.. . .
"Sicher" hängt immer von den Maßstäben ab.
WR im Sommer sind immer noch sicherer als Sommerreifen im Schnee. Sonst hätte die Gesetzesmaschinerie doch schon längst eine Sommerreifenpflicht oder WR-Verbot unter bestimmten Bedingungen erfunden, meinst Du nicht?
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Re: Ganzjahresreifen

Ungelesener Beitragvon Nuerne89 » 5. Feb 2015, 12:47

Nachdem sich letztes Jahr im Sommer bei 35° ein Renault Laguna mit Winterreifen auf der Autobahnauffahrt in die Leitplanke gewickelt hat, ist das mit dem "Maßstab" genauso unsinnig, wie mit dem Argument "Sommerreifen auf Schnee" anzukommen.
Über 30° mit brennend heißem Asphalt in der Sonne fahren sich selbst Sommerreifen schon wie frisch gekauter Kaugummi, so ein hässliches geschmiere. Da braucht man sich dann über einen Abflug mit Winterreifen nicht mehr wundern.
Das der Gesetzgeber da noch nichts vorzuweisen hat, liegt eher an unserem trägen Gesetzessystem, weniger an der Notwendigkeit einer solchen Vorschrift.
Es hat ja schon Jahre gedauert, mal die Winterreifenpflicht einzuführen...
Klar, ein Winterreifenverbot im Sommer ist nicht ganz so wichtig, aber dennoch absolut sinnvoll, weil das eben auch ein unnötig hohes Verkehrsrisiko ist.
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Re: Ganzjahresreifen

Ungelesener Beitragvon ulf » 5. Feb 2015, 13:12

Klar, ein Winterreifenverbot im Sommer ist nicht ganz so wichtig, aber dennoch absolut sinnvoll, weil das eben auch ein unnötig hohes Verkehrsrisiko ist.
Mit dem letzten Argumement könnte auch die Mindestprofiltiefe für Sommerreifen z.B. auf 6mm angehoben werden, weil die Aquaplaning-Performance mit der Restprofiltiefe abnimmt.
Kein Reifen dürfte länger als 2 Jahre ab Fertigungsdatum gefahren werden, weil die Lauffläche ja aushärten und rissig werden könnte.
Usw. usw.


Ich bleibe dabei:
Wenns geknallt hat, liegen ~ 95% der Schuld / der Ursachen beim Fahrer (weil er für die sicher hindernisfreie Strecke oder die Kurve zu schnell unterwegs war, bzw. zu lahmarschig reagiert / gebremst hat), und nur ~ 5% beim Reifen.
Siehe oben:
Bei 100 km/h 0,2 sec früher gebremst bringt den Wagen ca. 5 Meter früher zum Stehen. Über die Reaktion oder ständige Ablenkung des Fahrers in unseren rollenden Multimediakabinen redet niemand, aber über 5 Meter Bremswegdifferenz zwischen 2 Reifen wird sich (nicht unbedingt hier, sondern allgemein) seitenlang das Maul zerrissen :rolleyes:

Mir ist klar, daß die Performance meiner (halb runtergefahrenen) WR im Sommer ein Stückchen schlechter ist als von Sommerreifen. Aber weil ich das weiß, stelle ich mich darauf ein, indem ich nicht jeden Tag den Grenzbereich auslote, sondern in "sicherem" Abstand dazu bleibe.
Dort kriegt mein Ibiza TDI regelmäßig Vollgas mit 380Nm / 180PS und ist (komischerweise) noch nicht im Graben gelandet - oder sonstwo, wo ich nicht hin wollte ;-)
Gruß Ulf

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Re: Ganzjahresreifen statt Sommer&Winterreifen?

Ungelesener Beitragvon Wisco » 6. Feb 2015, 15:07

Du hast mir die Worte aus dem Mund genommen, ulf. Aber andereseits finde ich die erwähnte Seitenführung von hoffes doch wichtig. Manchmal fahre ich doch schneller in Kurven. Aber wenn die GJR sehr früher in Kurven rutschen, dann klingt das doch etwas riskanter für mich. An Bäumen kann man schließlich nicht so gut schleifen wie an Seitenplanken. ;-)

@Hoffes Wie haben sich die GJR in Kreisverkehren behauptet?

Ich hab nämlich einen polo9ntdi mit 195er und meine elternen einen benziner mit 165er bereifung. Im Kreisverkehrdauerfahren liegen die geschwindigkeiten bei 50kmh und 30. Aber die 165er merkt man auch in schwächeren krurven. da hört man sehr früh dieses sägezahnrauschen ungefähr bei 90kmh. bei den 195er sind es ungefähr 120kmh. aber das auto kippt da schon fast um.


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Re: Ganzjahresreifen statt Sommer&Winterreifen?

Ungelesener Beitragvon Hoffes » 7. Feb 2015, 18:10

@Hoffes Wie haben sich die GJR in Kreisverkehren behauptet?
Na mies. Hab zwar noch immer nicht den Vergleich zu Sommerreifen, aber die Conti Winterreifen haben deutlich mehr Grip. Vor allem bei Regen liegen zwischen den beiden Welten. Egal bei welchen Temperaturen. Und dafür, dass die weichen Winterreifen mit 8 mm viel Profil haben ist es umso bemerkenswerter, dass die sich deutlich stabiler und damit auch sportlicher fahren lassen ;)

P. S.: Auch wenn ulf Recht hat, ich will einfach stets die Reifen mit den meisten Sicherheitsreserven fahren. Keine Kompromisse eingehen ist das einzig sinnvolle!
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Re: Ganzjahresreifen statt Sommer&Winterreifen?

Ungelesener Beitragvon n4rf » 3. Apr 2015, 22:04

Es geht doch gar nicht darum, was andere Fehler des Fahrers oder Fahrzeugs für Auswirkungen in Relation haben. Das ist komplett irrelevant, da es sich letztlich alles addiert. Und die Reifen sind nunmal ein denkbar simples Teil, an dem man angreifen kann.
Wenn argumentiert wird, dass man ja mit schlechten Reifen (und das sind Winterreifen im Sommer einfach) und dafür nicht am Telefon hängen immer noch ganz gut da steht, ist es mit der Logik einfach vorbei.
Nur weil du (Ulf) dann vielleicht immer noch früher stehst als der Typ der telefoniert, ist dein Auto auch nicht heile. Oder das Kind, oder der Motorradfahrer oder sonstwas was man so heranziehen möchte, je nach eigener Philosophie.
Natürlich braucht man die Reifen in etwa 98%, vielleicht auch mehr, der Alltagszustände nicht, das will ja keiner bestreiten. Aber in genau diesen Situationen passiert ja auch nichts, weil dann doch fast alle Autofahrer halbwegs wissen was sie tun (zumindest genug für den Alltag). Der geringe Prozentsatz an nicht normalen Situationen ist aber genau das, weshalb man sich vernünftige Reifen, Bremsen usw. besorgt. Ansonsten kann man auch auf genau der gleichen Argumentationsgrundlage ganz wunderbar ABS, ESP, gute Bremsen, Sicherheitsgurte und Airbags weglassen. Im Regelfall braucht man das alles nämlich wirklich nicht. Und wenn man dann sagt, dass man halt "bei unübersichtlichen Straßenverhältnissen" etwas langsamer fährt als der Rest, dann ist es ja alles nicht mehr so gefährlich, nicht wahr?
Ich habe mehr als eine Hand voll Fahrsicherheits- und Fahrertrainings gemacht und bin deutlich zweistellige unterschiedliche Autos im Alltag und als Versuchsfahrzeug auf der öffentlichen Straße sowie diversen Teststrecken gefahren. Es zeigt sich immer wieder, dass jeder Kompromiss bei Reifen oder Bremsen einfach nur dumm ist. Es mag eine ganze Weile lang gut gehen, aber es braucht nur ein einziges mal einen einzelnen Vollidioten, der gerade ne SMS schreibt oder sosntwas macht, und der sonst so vorsichtige Fahrer zieht die Arschkarte, da seine Reifen beim Ausweichen nicht ausreichend Grip haben oder er nicht schnell genug zum stehen kommt.
Ich kann nur jedem so ein Training beim ADAC oder ähnlichen Organisationen empfehlen. Man muss nicht alles was die Leute da sagen als geschriebenes Gesetz annehmen, aber die wesentlichen Punkte werden im Verlauf des Trainings normalerweise SO klar, dass es da keine Diskussion mehr gibt.
Was man ja auch verstehen muss: Winter- & Sommerreifen zu fahren ist normalerweise kein großer Kostenmehraufwand. Die Ganzjahresreifen liegen preislich irgendwo zwischen Winter- und Sommerreifen, haben aber im Regelfall einen höheren Verschleiß. Als Mehrkosten kommen dann der zweite Felgensatz (als gebrauchte Stahlfelgen normal unter 150E) und die Räderwechsel 2x im Jahr hinzu. Wirklich teuer wird es nur, wenn man wirklich wenig und dann auch noch sehr reifenschonend fährt.
Man darf sich beim Reifenalter aber auch nicht rein auf die Zahl verlassen. Letztlich wird einem ein guter Reifenhändler nach einer Begutachtung der Reifen sagen können, ob diese noch was taugen oder nicht. Ich bin schon 7 Jahre alte Reifen gefahren, die optisch und technisch noch top waren. Das lag am Nutzungsprofil und an der Lagerung im Winter.

Zu Winterreifen im Sommer:
Ich habe mal durch Terminprobleme beim Reifenhändler auf dem Golf 5 meiner Mutter bei etwa 20Grad und blauem Himmel ("plötzlich" warm) Winterreifen fahren dürfen. Der Abfall an Haftung war schon erschreckend in meinen Augen. Bei leicht zügiger Fahrweise (unter 20km/h zu schnell und notgedrungen nicht sonderlich schnell in den Kurven) hatte ich nach 15 Minuten Fahrt graining auf den Reifen, da die Gummimischung einfach lokal überhitzt ist. Das fuhr sich dann wie ein slick im feuchten oder ein nahezu blanker Reifen bei Nässe. Bei etwas stärkerem Bremsen ging es auch relativ zügig ins ABS. Kurzum: Das war eine absolute Katastrophe und prinzipiell auf jeden Fall gefährlich. Ich will gar nicht wissen, wie sich das ganze bei 30 Grad oder mehr fährt, aber das sollte Ulf uns ja berichten können...
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Re: Ganzjahresreifen statt Sommer&Winterreifen?

Ungelesener Beitragvon ulf » 4. Apr 2015, 09:34

Es zeigt sich immer wieder, dass jeder Kompromiss bei Reifen oder Bremsen einfach nur dumm ist.
Dann würde mich interessieren, wie ein Reifenfachmann Deines Schlages mit folgenden Themen / Situationen umgeht:

1. Bei welcher Restprofiltiefe wirfst Du Deine Sommerreifen weg?
Denn je weniger Profil, umso schlechter die Aquaplaningeigenschaften. Und das geht schon los, wenn grade mal der erste mm Profi runtergefahren ist.

2. Wechselst Du immer streng witterungsbedingt zwischen SR und WR?
Was machst Du, wenn es im März mal 20°C hat und die schon hochstehende Sonne den Asphalt vlt. auf 40°C aufheizt, aber für die nächsten Tage wieder ein Wintereinbruch vorhergesagt ist?
"Kein Kompromiß" hieße konsequenterweise, für die Fahrten an warmen Tagen SR aufziehen, und anschließend wieder WR. Und für Regentage im Sommer die Testsieger auf nasser Piste zu fahren, und bei trockener Witterung die Reifen mit dem kürzesten Trockenbremsweg. Hast Du also auch 2 Satz SR pro Auto?
Wie weit treibst Du da Deinen Anspruch an maximale Reifen-Sicherheit?
Gruß Ulf

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